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Glaubensfragen. Was ist Glauben an Gott. Glaube an Jesus

Glaube? an Gott

Details
Geschrieben von: derLöwe
Kategorie: Glaubensleben
Zugriffe: 61
  • Glauben
  • psychologisch
  • Theologie
  • Philosophie

Glaube – was bedeutet eigentlich glauben?

Eine kleine Frage mit einer ziemlich großen Bedeutung: Was bedeutet eigentlich glauben? Wir benutzen dieses Wort ständig. „Ich glaube, morgen regnet es.“ „Ich glaube, das klappt schon.“ „Ich glaube, er kommt später.“ Aber ist das wirklich das Gleiche wie der Glaube, von dem die Bibel spricht? Wenn ich sage: „Ich glaube, dass morgen die Sonne scheint“, dann weiß ich es nicht wirklich. Ich vermute es. Vielleicht scheint sie, vielleicht auch nicht. Und wenn sie nicht scheint, kann ich am nächsten Tag ziemlich entspannt sagen: „Tja, habe ich mich wohl geirrt.“ Beim Glauben an Gott sieht die Sache etwas anders aus. Da geht es nicht einfach um eine Vermutung oder darum, dass ich etwas für möglich halte. Es geht um Vertrauen, Überzeugung und darum, worauf ich mein Leben ausrichte. Und genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen. Was ist Glaube eigentlich? Ist Glaube das Gegenteil von Wissen? Ist Glauben vielleicht nur etwas für Menschen, die keine Antworten haben? Oder kann man glauben und trotzdem seinen Verstand benutzen? Schauen wir uns das einmal aus verschiedenen Blickwinkeln an.


Was bedeutet Glauben überhaupt?

Das deutsche Wort „glauben“ kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Im Alltag bedeutet es häufig so etwas wie „vermuten“, „annehmen“ oder „für wahrscheinlich halten“. Wenn jemand sagt: „Ich glaube, der Bus kommt gleich“, dann hat er meistens keine göttliche Offenbarung über den Fahrplan erhalten. Er vermutet es einfach. Vielleicht hat er auf die Uhr geschaut, vielleicht kennt er den Fahrplan, vielleicht steht er auch einfach schon seit einer halben Stunde an der Haltestelle und hofft inzwischen inständig, dass überhaupt noch ein Bus kommt. Beim biblischen Glauben geht es jedoch um etwas anderes. Dort steht nicht nur die Frage im Raum, ob ich die Existenz Gottes für möglich halte. Es geht um Vertrauen. Ich vertraue Gott. Ich vertraue darauf, dass ER ist, wer ER sagt, dass ER ist. Und daraus entsteht eine Beziehung. Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied: Glaube bedeutet im christlichen Sinn nicht einfach, dass ich denke, dass Gott existiert. Glaube bedeutet, dass ich IHM vertraue.


„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“
Hebräer 11,1


Das ist eine ziemlich interessante Beschreibung. Denn der Verfasser des Hebräerbriefes sagt nicht: „Glaube bedeutet, dass du aufhören musst zu denken.“ Er spricht von Zuversicht und von Dingen, die man nicht sieht. Das ist etwas anderes. Ich kann vieles nicht sehen und trotzdem wissen, dass es existiert. Ich sehe zum Beispiel keine Gedanken. Trotzdem weiß ich, dass ich welche habe. Ich sehe auch keine Schwerkraft. Trotzdem würde ich nicht empfehlen, aus dem dritten Stock zu springen und anschließend zu überprüfen, ob die Theorie wirklich stimmt. Manche Dinge erkenne ich also nicht unmittelbar mit meinen Augen, sondern anhand ihrer Auswirkungen.


Glaube aus philosophischer Sicht

Auch die Philosophie beschäftigt sich seit sehr langer Zeit mit der Frage, was Wissen und Glauben voneinander unterscheidet. Was kann ich eigentlich sicher wissen? Was nehme ich nur an? Wann ist eine Überzeugung begründet? Und kann man etwas glauben, obwohl man es nicht vollständig beweisen kann? Hier wird es interessant, denn wir Menschen leben ständig mit Annahmen, die wir nicht mathematisch beweisen können. Ich vertraue darauf, dass mein Gegenüber mir die Wahrheit sagt. Ich vertraue darauf, dass morgen die Welt noch einigermaßen so funktioniert wie heute. Ich vertraue darauf, dass meine Erinnerungen nicht komplett erfunden sind. Ich kann vieles davon begründen, aber nicht alles mit absoluter Sicherheit beweisen. Trotzdem richte ich mein Leben danach aus.

Philosophisch betrachtet ist Glaube deshalb nicht automatisch etwas Unvernünftiges. Eine Überzeugung kann Gründe haben, auch wenn sie kein mathematischer Beweis ist. Natürlich bedeutet das nicht, dass jede beliebige Behauptung dadurch wahr wird, dass jemand fest daran glaubt. Wenn ich behaupte, mein Kühlschrank sei eigentlich ein verkleideter Außerirdischer, wird das durch meinen Glauben daran nicht plötzlich zur wissenschaftlichen Tatsache. Das wäre dann doch etwas dünn. Glaube braucht also einen Gegenstand und Gründe, auf denen dieser Glaube beruht. Im christlichen Glauben ist dieser Gegenstand nicht irgendeine anonyme Energie, sondern Gott und ganz besonders Jesus Christus.


Und was sagt die Psychologie dazu?

Auch die Psychologie kann sich mit dem Glauben beschäftigen. Sie kann untersuchen, warum Menschen glauben, welche Auswirkungen Glaube auf einen Menschen haben kann und welche Rolle Vertrauen, Hoffnung, Gemeinschaft, Identität und persönliche Erfahrungen dabei spielen. Ein Mensch kann durch seinen Glauben Halt bekommen. Er kann Hoffnung entwickeln, mit schwierigen Situationen anders umgehen und sein Leben an bestimmten Werten ausrichten. Glaube kann das Denken und Handeln eines Menschen beeinflussen. Aber hier müssen wir sauber unterscheiden: Die Psychologie kann untersuchen, was Glaube im Menschen bewirkt. Sie kann damit aber nicht automatisch beweisen, ob Gott existiert oder nicht existiert. Wenn jemand durch seinen Glauben Frieden empfindet, ist das psychologisch interessant. Es ist aber kein wissenschaftlicher Gottesbeweis. Genauso wenig wäre es ein Beweis gegen Gott, wenn ein Mensch durch seinen Glauben psychische Probleme bekommt. Das sind unterschiedliche Fragestellungen.

Und auch hier wird es spannend. Denn der Mensch glaubt ohnehin an vieles. Jeder Mensch hat Vorstellungen darüber, was richtig und falsch ist, was wichtig ist, was seinem Leben Sinn gibt und wem oder was er vertrauen kann. Die Frage ist also nicht unbedingt: „Glaubst du?“, sondern vielmehr: „Woran glaubst du?“ Und noch wichtiger: „Wem vertraust du?“ Denn das, worauf ich mein Vertrauen setze, kann mein Leben ziemlich stark bestimmen. Wenn ich mein gesamtes Vertrauen in Geld setze, wird Geld irgendwann zum Mittelpunkt meines Lebens. Wenn ich mein Vertrauen ausschließlich in Menschen setze, werde ich vermutlich irgendwann enttäuscht werden. Menschen sind schließlich Menschen. Wenn ich mein Vertrauen aber auf Gott setze, dann geht es um eine ganz andere Grundlage.


Glaube aus theologischer Sicht

Aus christlicher Sicht beginnt Glaube nicht bei einem religiösen Regelwerk. Er beginnt bei Gott. Und im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht Jesus Christus. Der christliche Glaube sagt nicht einfach: „Glaub an irgendetwas Gutes, dann wird schon alles funktionieren.“ Das wäre eher eine spirituelle Wundertüte. Im christlichen Glauben geht es um eine konkrete Person, um Jesus Christus, um SEIN Leben, SEINEN Tod am Kreuz und SEINE Auferstehung.


„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Johannes 14,6


Das sind sehr deutliche Worte von Jesus. ER sagt nicht: „Ich bin einer von vielen Wegen.“ ER sagt: „Ich bin der Weg.“ Genau deshalb ist christlicher Glaube für mich nicht einfach eine Meinung unter vielen. Es geht um die Frage, ob ich Jesus Christus vertraue und IHM mein Leben anvertraue. Dabei bedeutet Glauben nicht, dass ich auf jede Frage sofort eine Antwort habe. Im Gegenteil. Ich kann glauben und trotzdem Fragen haben. Ich kann glauben und Zweifel erleben. Ich kann etwas nicht verstehen und trotzdem darauf vertrauen, dass Gott größer ist als mein Verständnis. Das gehört für mich zum Glauben dazu.


Glaube ist nicht dasselbe wie Blindheit

Manchmal wird Christen vorgeworfen: „Ihr glaubt doch nur blind.“ Aber ist das wirklich so einfach? Blindheit wäre für mich, wenn ich bewusst keinerlei Fragen zulasse und einfach alles für wahr halte, nur weil jemand es behauptet. Christlicher Glaube muss aber nicht so funktionieren. Man darf fragen. Man darf suchen. Man darf nachdenken. Man darf sich mit Geschichte, Philosophie, Naturwissenschaft und Theologie beschäftigen. Und man darf sogar sagen: „Das verstehe ich momentan nicht.“ Das macht einen Menschen nicht automatisch zu einem schlechten Christen.

Glaube und Verstand sind deshalb für mich keine natürlichen Feinde. Ich muss meinen Verstand nicht an der Kirchentür abgeben. Im Gegenteil. Gott hat uns einen Verstand gegeben, und ich halte es für sinnvoll, ihn auch zu benutzen. Glaube beginnt nicht dort, wo Denken aufhört. Glaube kann dort beginnen, wo mein Denken an eine Grenze kommt und ich trotzdem eine Entscheidung darüber treffen muss, wem ich vertraue.


Der Unterschied zwischen Hoffnung und Glauben

Hoffnung und Glaube gehören zusammen, sind aber nicht genau dasselbe. Hoffnung richtet sich häufig auf etwas, das noch kommen soll. Ich hoffe auf Heilung. Ich hoffe auf eine bessere Zukunft. Ich hoffe, dass eine schwierige Situation gut ausgeht. Glaube kann diese Hoffnung tragen, geht aber noch weiter. Glaube bedeutet: Ich vertraue Gott auch dann, wenn ich noch nicht weiß, wie die Sache ausgehen wird.


„Dies habe ich mit euch geredet, auf dass ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“
Johannes 16,33


Das bedeutet nicht, dass ein Christ niemals Angst hat oder niemals traurig ist. Natürlich haben wir Angst. Natürlich zweifeln wir manchmal. Natürlich gibt es Situationen, in denen wir uns fragen: „Gott, wo bist du eigentlich gerade?“ Glaube bedeutet nicht, dass solche Fragen verboten sind. Für mich bedeutet Glaube vielmehr, dass ich trotz dieser Fragen nicht einfach alles hinschmeiße. Ich halte mich an Gott fest, auch wenn ich IHN gerade nicht verstehe.

Glaube verändert den Menschen

Echter Glaube bleibt meiner Meinung nach nicht nur im Kopf. Wenn ich jemandem wirklich vertraue, hat dieses Vertrauen Auswirkungen darauf, wie ich mich verhalte. Wenn ich einem Menschen vertraue, gehe ich anders mit ihm um, als wenn ich davon ausgehe, dass er mich ständig belügt. Und wenn ich Gott vertraue, sollte das ebenfalls Auswirkungen auf mein Leben haben. Nicht weil ich mir dadurch den Himmel verdienen könnte. Das funktioniert nicht. Wir können uns die Erlösung nicht durch genügend gute Taten zusammenbasteln. Der christliche Glaube sagt vielmehr, dass gute Werke eine Folge des Glaubens sein können.


„So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.“
Jakobus 2,17


Das bedeutet für mich: Wenn ich sage, dass ich Jesus Christus vertraue, dann sollte dieses Vertrauen irgendwann auch in meinem Leben sichtbar werden. Wie ich mit anderen Menschen umgehe. Wie ich vergebe. Wie ich mit Schuld umgehe. Wie ich mit meinem Nächsten umgehe. Wie ich mit meinem eigenen Leben umgehe. Natürlich gelingt das nicht immer. Wir sind schließlich Menschen und keine wandelnden Heiligenscheine. Aber der Glaube darf etwas mit uns machen.

Und was bedeutet Glaube nun für mich?


Und was bedeutet Glaube nun für mich?

Für mich ist Glaube letztlich eine Entscheidung des Vertrauens. Nicht die Entscheidung: „Ich weiß jetzt alles.“ Das werde ich vermutlich niemals. Es gibt Dinge, die ich nicht erklären kann. Es gibt Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Und es gibt Dinge, die ich wahrscheinlich auch in diesem Leben nicht vollständig verstehen werde. Aber ich kann trotzdem entscheiden, wem ich vertraue.

Ich kann sagen: Jesus Christus, ich vertraue DIR. Ich glaube, dass DU der bist, der DU gesagt hast zu sein. Ich glaube, dass DU für meine Schuld am Kreuz gestorben und auferstanden bist. Ich glaube, dass ich mich nicht selbst erlösen kann und dass ich DICH brauche. Das ist für mich Glaube. Nicht einfach die Vermutung, dass irgendwo vielleicht ein Gott existiert. Nicht das blinde Nachsprechen von irgendwelchen religiösen Sätzen. Und auch nicht die Hoffnung, dass ich durch ein paar gute Taten irgendwann eine Eintrittskarte für den Himmel bekomme.

Glaube ist Vertrauen.

Und deshalb würde ich die ursprüngliche Frage am Ende ganz einfach beantworten: Glaube bedeutet nicht nur: „Ich denke, dass Gott existiert.“ Glaube bedeutet: „Ich vertraue Gott.“ Und wenn dieser Glaube auf Jesus Christus gerichtet ist, wird daraus mehr als eine philosophische Idee oder eine psychologische Hilfe. Es wird eine Beziehung zu Gott.

Soviel erst einmal dazu.

Liebe Grüße,
derLöwe

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