Was bedeutet Glauben überhaupt?

Das deutsche Wort „glauben“ kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Im Alltag bedeutet es häufig so etwas wie „vermuten“, „annehmen“ oder „für wahrscheinlich halten“. Wenn jemand sagt: „Ich glaube, der Bus kommt gleich“, dann hat er meistens keine göttliche Offenbarung über den Fahrplan erhalten. Er vermutet es einfach. Vielleicht hat er auf die Uhr geschaut, vielleicht kennt er den Fahrplan, vielleicht steht er auch einfach schon seit einer halben Stunde an der Haltestelle und hofft inzwischen inständig, dass überhaupt noch ein Bus kommt. Beim biblischen Glauben geht es jedoch um etwas anderes. Dort steht nicht nur die Frage im Raum, ob ich die Existenz Gottes für möglich halte. Es geht um Vertrauen. Ich vertraue Gott. Ich vertraue darauf, dass ER ist, wer ER sagt, dass ER ist. Und daraus entsteht eine Beziehung. Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied: Glaube bedeutet im christlichen Sinn nicht einfach, dass ich denke, dass Gott existiert. Glaube bedeutet, dass ich IHM vertraue.


„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“
Hebräer 11,1


Das ist eine ziemlich interessante Beschreibung. Denn der Verfasser des Hebräerbriefes sagt nicht: „Glaube bedeutet, dass du aufhören musst zu denken.“ Er spricht von Zuversicht und von Dingen, die man nicht sieht. Das ist etwas anderes. Ich kann vieles nicht sehen und trotzdem wissen, dass es existiert. Ich sehe zum Beispiel keine Gedanken. Trotzdem weiß ich, dass ich welche habe. Ich sehe auch keine Schwerkraft. Trotzdem würde ich nicht empfehlen, aus dem dritten Stock zu springen und anschließend zu überprüfen, ob die Theorie wirklich stimmt. Manche Dinge erkenne ich also nicht unmittelbar mit meinen Augen, sondern anhand ihrer Auswirkungen.

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