Glaube ist nicht dasselbe wie Blindheit
Manchmal wird Christen vorgeworfen: „Ihr glaubt doch nur blind.“ Aber ist das wirklich so einfach? Blindheit wäre für mich, wenn ich bewusst keinerlei Fragen zulasse und einfach alles für wahr halte, nur weil jemand es behauptet. Christlicher Glaube muss aber nicht so funktionieren. Man darf fragen. Man darf suchen. Man darf nachdenken. Man darf sich mit Geschichte, Philosophie, Naturwissenschaft und Theologie beschäftigen. Und man darf sogar sagen: „Das verstehe ich momentan nicht.“ Das macht einen Menschen nicht automatisch zu einem schlechten Christen.
Glaube und Verstand sind deshalb für mich keine natürlichen Feinde. Ich muss meinen Verstand nicht an der Kirchentür abgeben. Im Gegenteil. Gott hat uns einen Verstand gegeben, und ich halte es für sinnvoll, ihn auch zu benutzen. Glaube beginnt nicht dort, wo Denken aufhört. Glaube kann dort beginnen, wo mein Denken an eine Grenze kommt und ich trotzdem eine Entscheidung darüber treffen muss, wem ich vertraue.
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