Glaube – was bedeutet eigentlich glauben?

Eine kleine Frage mit einer ziemlich großen Bedeutung: Was bedeutet eigentlich glauben?
Wir benutzen dieses Wort ständig. „Ich glaube, morgen regnet es.“ „Ich glaube, das klappt schon.“ „Ich glaube, er kommt später.“ Aber ist das wirklich das Gleiche wie der Glaube, von dem die Bibel spricht?
Wenn ich sage: „Ich glaube, dass morgen die Sonne scheint“, dann weiß ich es nicht wirklich.
Ich vermute es. Vielleicht scheint sie, vielleicht auch nicht. Und wenn sie nicht scheint, kann ich am nächsten Tag ziemlich entspannt sagen: „Tja, habe ich mich wohl geirrt.“
Beim Glauben an Gott sieht die Sache etwas anders aus. Da geht es nicht einfach um eine Vermutung oder darum, dass ich etwas für möglich halte. Es geht um Vertrauen, Überzeugung und letztlich darum, worauf ich mein Leben ausrichte.
Und genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen. Was ist Glaube eigentlich? Ist Glaube das Gegenteil von Wissen? Ist Glauben vielleicht nur etwas für Menschen, die keine Antworten haben? Oder kann man glauben und trotzdem seinen Verstand benutzen?
Schauen wir uns das einmal aus verschiedenen Blickwinkeln an.
Was bedeutet Glauben überhaupt?
Das deutsche Wort „glauben“ kann unterschiedliche Dinge bedeuten. Ich kann etwas vermuten. Ich kann etwas für wahr halten. Ich kann jemandem glauben. Und ich kann jemandem vertrauen. Das klingt zunächst ähnlich, ist aber nicht dasselbe.
Wenn ich sage: „Ich glaube dir“, dann bedeutet das normalerweise nicht: „Ich vermute, dass du existierst.“ Es bedeutet: Ich vertraue dir. Ich halte das, was du mir sagst, für glaubwürdig.
Und genau hier kommen wir dem biblischen Glaubensbegriff schon wesentlich näher.
Glaube ist in der Bibel nicht einfach ein religiöses Ratespiel. Er bedeutet Vertrauen und Zuversicht. Der Hebräerbrief formuliert es so:
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“
Hebräer 11,1
Das finde ich interessant. Denn hier wird nicht behauptet, dass der glaubende Mensch alles sehen, messen und vollständig erklären kann. Aber genauso wenig wird Glaube als beliebige Vermutung dargestellt.
Wir Menschen hätten natürlich gerne für alles einen Beweis – möglichst mit Stempel, Unterschrift und drei Durchschlägen. Dann könnten wir die Sache ordentlich abheften und hätten unsere Ruhe. Nur funktioniert das Leben leider nicht so. Liebe, Vertrauen, Hoffnung, Treue – einige der wichtigsten Dinge unseres Lebens lassen sich eben nicht einfach auf eine Waage legen.
Glaube bedeutet für mich deshalb nicht: „Ich weiß es nicht, also glaube ich halt irgendetwas.“
Glaube bedeutet vielmehr: „Ich vertraue.“
Und dieses Vertrauen braucht natürlich einen Grund.
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