Glaube aus psychologischer Sicht

Auch die Psychologie beschäftigt sich mit Glauben und Religion. Allerdings stellt sie eine andere Frage als die Theologie.

Psychologie kann untersuchen, warum Menschen glauben und was dieser Glaube mit ihnen macht. Sie kann untersuchen, welchen Einfluss Glaube auf Hoffnung, Angst, Identität, Gemeinschaft, Entscheidungen oder den Umgang mit Krisen hat. Sie kann auch untersuchen, wie religiöse Vorstellungen entstehen und wie Menschen religiöse Erfahrungen verarbeiten.

Was sie nicht kann, ist mit ihren Methoden feststellen, ob Gott tatsächlich existiert.

Die Psychologie kann schließlich nicht in Gottes Büro marschieren, anklopfen und anschließend in der Studie vermerken:

„Jupp, Gott war da.“

So funktioniert Wissenschaft nicht.

Die Existenz Gottes ist keine psychologische Messgröße. Deshalb wäre es genauso falsch, aus psychologischen Erklärungen religiöser Erfahrungen automatisch zu schließen, Gott existiere nicht. Wenn ich psychologisch erklären kann, was Liebe im Gehirn eines Menschen bewirkt, habe ich damit schließlich auch nicht bewiesen, dass seine Ehefrau nicht existiert.

Psychologie kann also sehr viel darüber sagen, was im Menschen geschieht. Die Frage, ob Gott außerhalb dieses Menschen tatsächlich existiert, ist damit aber noch nicht beantwortet.

Und genau an dieser Stelle wechseln wir die Betrachtungsebene.

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