Eine weitere Séance
Es waren viele Tage vergangen. Und dann war es soweit. Wieder Zeichnete ich ein Pentagramm auf den Boden. Sollte ich das wirklich machen? Ich war so verzweifelt über mein Leben und wer könnte mir helfen wenn nicht er? Verzweiflung frisst Fliegen, also rein. Wieder saß ich im Schneidersitz und fokussierte mich. Nach einiger Zeit spürte ich nichts mehr um mich rum und öffnete meine Augen. Was ich dann sah, verwirrte mich ungemein.
Ich stand auf einem felsigen Boden. Um mich herum war es irgendwie kalt, leicht dunkel und die Atmosphäre war angespannt. Die Wände die mich umgaben waren Felswände, so hoch das man über sie nicht kommen könnte. Vor mir sah ich ein riesiges Tor mit Flügeltüren. Verwirrt nahm ich die Schrift wahr die über den Flügeltüren, gebogen lang lief. Ich las die Worte „Herzlich Willkommen in der Hölle“. Dann erschrak ich mich als sich neben mir eine Person manifestierte. Wie ein Strudel aus roten und gelben Licht erschien der Strudel sich zu einem Körper zu verwandeln. Als die Person komplett da war, wusste ich das diese Person niemand geringerer war, als Satan persönlich. Er war sehr zurückhaltend, fast schon entschuldigend. Aber ich spürte das hinter diesem Tor sein Reich beginnt und ich fühlte ein Stück weit, seine unglaubliche Stärke und Macht, die er in seinem Reich hat.
Satan schaute mich von unten nach oben an und fragte was ich hier wollte. Ich sagte ihm „Ich möchte meinen Großvater sprechen“. Daraufhin öffneten sich die Flügeltüren und ich sah wie es hinter den Toren am Dampfen war. Der Boden war rot und gelb, wie von Feuer. Aber ich wusste das man darauf treten kann. Einen Schritt machte ich auf das Tor zu und Satan sagte zu mir:“Geh rein und suche ihn“.
Ich fühlte tief drin das es irgendwie nicht richtig ist. Dann nahm ich wieder meine Hilflosigkeit wahr. Gerade als ich über die Schwelle treten wollte und Satan mich genau beobachtete, schoss von oben rechts etwas helles auf mich zu. Im tiefen Dunkel kam der Lichtstrahl, der zwei Flügel hatte auf mich zu, schoss durch meinen Kopf und dann war ich blockiert und hatte eine seltsame Frage im Kopf. Ich wusste das ich diese Frage Satan stellen musste. Ich schaute rüber wo Satan stand und fragte ihn:“Wer garantiert mir, das hinter mir die Türen nicht zugehen?“. Während ich diese Frage stellte wusste ich folgendes. Wenn ich reingehe werde ich dort bleiben, wenn die Türen zu gehen. Mein Körper wäre tot und man würde irgendwann meine Leiche finden. Satan musste Antworten und sprach zu mir:“Das garantiert dir niemand“. Hatte ich doch etwas Hoffnung das mir irgendwer garantieren könnte dass das nicht passiert. Aber meine Unwilligkeit wurde zur Angst und ich sagte:“dann will ich das nicht“. Sofort brachte mich der Lichtstrahl mit den Flügeln nach oben. Ich schaute runter und sah von oben alles. Satan, das Tor und auf der anderen Seite sein Reich. Und mit einem Schwups, war ich wieder in meinem Körper. Kam zu mir und konnte das Pentagramm umgehend verlassen. Ganz anders als in meiner vorherigen Erfahrung.
Was mache ich nun damit?
Irgendwie war ich nicht sehr viel Klüger als vorher. Also ging ich zu einer besagten Freundin von der alten Gemeinde die mich nicht wollte. Im Gespräch teilte ich ihr mit das ich eine Gemeinde brauche, eine Kirche, irgendwat! Hauptsache Gott sei da, aber ich wollte Jesus nicht mein Leben geben. Die Gemeinde mit ihrer mir empfundenen Ablehnung, meine Biographie und irgendwie wollte ich noch mein Leben behalten und irgendwie, irgendwas draus machen, das die Welt mich sieht: siehe, aus ihm ist doch was geworden. Diese Seelenwunde sollte mich noch weiterhin begleiten, bis heute und vielleicht auch morgen. Weit aus nicht mehr so stark.
Eine Antwort sollte ich bekommen, wenn auch anders als gewünscht. In einer Nacht hatte ich einen Traum. Ich erwachte und wusste nur noch das ich was krasses geträumt haben musste. Die einzige Botschaft die mir noch in meinem Kopf hängen geblieben war, war diese: Meinen 25sten Geburtstag werde ich nicht mehr erleben. Das hat sehr gesessen und nahm mich mit. Zerstreut ging ich in meine Ausbildungsstätte. Als wir in der Mittagspause waren, sprach ich mit unserem Hauptlehrer über die Sache. Das war nicht so ganz einfach, aber ich öffnete mich. Ich erzählte ihm und er hörte aufmerksam zu. Dann sprach er zu mir: „Ich hatte in dieser Nacht auch einen Traum von dir“ „Ernsthaft? Ach du Shite“ „Ja, wenn ich mit 35 über diese Erde laufe, wirst du hier nicht mehr mit laufen“
Wie geht man damit nun um. Ich ging zu meiner christlichen Freundin und erzählte ihr von dem geschehen. Sie war recht traurig und drängte darauf das ich in die Gemeinde gehe. In diese Pfingstgemeinde. Ich traute mich immer noch net, gleichwohl mein Widerstand etwas gesunken war. Vielleicht ist es das was mich retten könnte. Ich musste ja Kontakte hin knüpfen.
Also rief ich mal in dem Gemeindebüro an um einen Termin mit dem Pastor zu bekommen. Ein Termin wurde mir gegeben. Mit einem Gefühl des Unbehagen ging ich zu diesem Termin. Eigentlich wollte ich da nur so etwas wie eine gewisse Absolution, das ich nicht sterben musste. Ich dachte mir, oke wer wird mich schon vermissen, aber ich wollte so und so jung nicht sterben. Das war was anderes als wenn man sich selbst das Leben nimmt.
Ich klopfte an die Tür des Pastors und wurde rein gerufen. Das Gespräch verlief recht gut und locker. Ich erkundigte mich wann Gottesdienst war und ob ich dahin kommen könnte. Ich sei ja nun auch Christ. Er saß dort mit verschränkten Armen und zweifelte an was ich sagte. Was mich wunderte. Ich hatte ja mit Jesus Erlebnisse gehabt, so zu sagen… Aber das fehlte offenbar noch etwas. Nur was?
Kommentare
Noch keine Kommentare.
Kommentar schreiben
Comment preview